Ausgabe September 1998

Der Preis der Vorherrschaft

Risiken der wohltätigen Hegemonie für Amerika und die Welt

Die Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam haben Anfang August auf schreckliche Weise die Aktualität einer Debatte unterstrichen, die in der amerikanischen Zeitschrift "Foreign Policy" seit längerem kontrovers ausgetragen wird. Ihre Sommer-Ausgabe präsentiert unter der Überschrift "U.S. Dominance: Is It Good For The World?" Artikel von Robert Kagan und Charles William Maynes. Kagan, konservativer Publizist und Leiter des "U.S. Leadership Projects" des Carnegie-Endowment for International Peace, rühmt The Benevolent Empire, das wohltätige Imperium amerikanischer Hegemonie, von dem große Teile der Weltbevölkerung profitierten. Charles William Maynes, früher Herausgeber der "Foreign Policy" und als Präsident der Eurasia Foundation vorgestellt, analysiert Kagans Thesen und erörtert Risiken und Kosten einer amerikanischen Strategie der Dominanz, auch für die USA selbst ["The Perils of (and for) an Imperial America"]. Mit freundlicher Genehmigung der Carnegie-Stiftung veröffentlichen wir Maynes' Erwägungen in eigener Übersetzung. - D. Red.

September 1998

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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