Bei der Diskussion um die Höhe der Lohnnebenkosten ist mehr Differenzierung und Wissenschaftlichkeit und weniger Populismus angebracht. Ob sie zu hoch sind und darüber hinaus eine Absenkung mehr Beschäftigung schafft, wie von allen Parteien und Arbeitgeberverbänden behauptet wird, ist so ohne weiteres nicht eindeutig. Vor allem sind hierzu die makroökonomischen Umverteilungswirkungen, die wiederum Rückwirkungen auf Wachstum und Beschäftigung haben, zu untersuchen und entsprechend zu beachten. Ohne auf eine Erklärung von Definitionen und Abgrenzungen zwischen dem direkten leistungsbezogenen Arbeitsentgelt und den Lohnnebenkosten (die übrigens in der gesamten Literatur nicht eindeutig und klar sind) näher einzugehen, muß zunächst einmal festgestellt werden, daß die empirische Darstellung der Lohnnebenkosten als Quotenausdruck in der allgemeinen Öffentlichkeit auf einer mathematisch unechten Quote basiert. Quoten von rund 80% - bezogen auf das direkte Arbeitsentgelt - suggerieren dabei einen falschen Tatbestand. Bezieht man zur Quotenbildung dagegen richtigerweise die Lohnnebenkosten auf die Basis der gesamten Personalkosten und nicht nur wie bei der unechten Quote auf das direkte Arbeitsentgelt, so ist die Quote entsprechend geringer und wesentlich undramatischer als in der Regel dargestellt.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.