Ausgabe Januar 2001

NATO passé?

Londons Boulevardpresse und die europafeindlichen Konservativen lassen am Projekt einer neuen Armee im Dienste eines europäischen "Superstaates" kein gutes Haar. Diese würde die NATO zerstören und zur Abkehr der USA vom alten Kontinent führen. Dabei ist gerade Großbritannien mitverantwortlich für diese "Armee", hat es doch unzweideutig auf die Schaffung einer multinationalen Streitmacht hingearbeitet, die sich der NATO nicht unterordnet. Nun haben 13 europäische Länder sich verpflichtet, bis zu 200 000 Soldaten, 350 Flugzeuge und 100 Marineeinheiten bereitzustellen.

Es wird sich aber nicht um stehende Streitkräfte handeln. Auf Befehl der Europäischen Union könnte ein ständiger Stab von 100 Offizieren in Brüssel innerhalb von 60 Tagen eine dem Einsatzzweck angemessene Streitmacht von bis zu 60 000 Soldaten mit Luft- und Seeunterstützung bereitstellen. Sie würde zusammengestellt aus für diesen Zweck reservierten Einheiten, die zusammen ausgebildet wurden und erfahren im gemeinsamen Einsatz sind. Die geplante Truppe soll mit der NATO zusammenarbeiten und Zugriff auf bestimmte Ressourcen der Allianz erhalten. Die Gesamtzahl der verfügbaren Einheiten würde es gestatten, per Rotation ständig bis zu 60 000 Männer und Frauen im Einsatz zu halten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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