Die Sehnsucht nach einem einfachen und damit transparenten Steuersystem hat eine lange Tradition. Bereits die Physiokraten um François Quesnay plädierten für eine einzige Steuer. Die von ihnen vorgeschlagene impôt unique war tatsächlich einfach, denn der Boden galt als einzige Wertschöpfungsquelle. Also hatten die Grundbesitzer (die classe propriétaire) diese Steuer aufzubringen. Allerdings musste der Versuch, diese impôt unique im Herzogtum Baden einzuführen, im aufkommenden Industriezeitalter scheitern. Da war Adam Smith mit seiner Kampftheorie gegen den Feudalismus realistischer, die er in seinem Klassiker „Wealth of Nations“ (1776) entwickelte, in dem er die Vorzüge, aber auch Grenzen der kapitalistischen Wirtschaftsweise beschrieb. Wenn es schon verschiedene Steuern, die an unterschiedlichen Vorgängen der Wirtschaft ansetzen, geben muss, so sollten wenigstens vier Grundsätze bei der Besteuerung Anwendung finden: Gleichmäßigkeit (Gerechtigkeit bei der Steuerlastverteilung), Bestimmtheit (klare und nachvollziehbare Tatbestände der Besteuerung), Billigkeit (ausreichende Ergiebigkeit gegenüber den Kosten der Erhebung) und Bequemlichkeit. Heute wird die Diskussion um die eine Steuer bzw.
Ausgabe
Juli 2001