Ausgabe Februar 2002

Irak vor dem Krieg?

Die Anschläge am 11. September veränderten zwar die Verhältnisse im Mittleren Osten, brachten aber keineswegs einen Konsens zwischen den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und interessierten Staaten in der Region über die weitere Vorgehensweise gegenüber dem Irak mit sich. Die Debatte entbrannte auch in den USA. Politiker, die ohnehin einen härtere militärische Gangart gegenüber dem Irak einschlagen wollen, sehen im "Krieg gegen den Terrorismus" eine gute Gelegenheit, Projekte eines gewaltsamen Regimewechsels im Irak voranzutreiben. Für die Politiker hingegen, die militärischen Maßnahmen eher zögerlich gegenüberstehen, bietet das neue politische Klima die Möglichkeit, einen weiteren Versuch zur Änderung der Sanktionspolitik zu unternehmen. Zwischenzeitlich gibt die Verlängerung des "Öl-für-Nahrung"-Programms 1) den USA eine Atempause zur Beilegung der Streitigkeiten über zukünftige Militäreinsätze innerhalb der Administration, ohne daß sie ihre arabischen Koalitionspartner sofort herausfordern müßten.

Die US-Falken

Seit dem 11. September liegt das Land ständig im Visier der US-Falken, vor allem derjenigen, die sich seit 1991 über den "nicht erledigten Job" im Irak ärgern.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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