Ausgabe Februar 2003

Verteidigung des Dollar mit anderen Mitteln

Der Ölkrieg im Kontext der kommenden Währungsbipolarität

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon sowie dem Sieg über die Taliban haben die USA ihre Militärpräsenz in Mittelasien und im Kaukasus etabliert. Mit dem bevorstehenden Irakkrieg wird eine weitere Ausdehnung der US-Stützpunkte in der Golfregion erwartet. Heftig umstritten ist die Frage nach den zugrundeliegenden Motiven. Immer häufiger wird bei der Suche nach Kriegsursachen eines möglichen Irakkrieges auf das Interesse der USA am Zugriff auf die Ölvorkommen der Großregion vom Golf über den Kaukasus bis Mittelasien verwiesen, die in US-Strategiepapieren unter dem Namen Greater Middle East firmiert.1

Wenn allein schlichtes Ausbeutungsinteresse an den Ölvorhaben als Triebfeder der US-Kriegspolitik angenommen wird, greift diese Einschätzung jedoch zu kurz. Vielmehr spielen neben energie- auch finanzpolitische und geostrategische Überlegungen eine Rolle. Entscheidende Bedeutung kommt dabei der Funktion des Öls für die Stabilität des Dollar zu. Seit 1945 basiert der Reichtum der USA nicht zuletzt auf der Hegemonie ihrer Währung. Zunächst wurde diese durch das an den Dollar gebundene System fester Wechselkurse gewährleistet, nach dem Ende des Systems von Bretton Woods übernahm jedoch das Öl die Rolle des Stabilisators.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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