Ausgabe April 2003

Unkoordinierter Aktivismus

Zur Umsetzung der Hartz-Vorschläge

Im August 2002 unterbreitete die nach ihrem Vorsitzenden benannte Hartz- Kommission ihre „Vorschläge zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Umstrukturierung der Bundesanstalt für Arbeit”. Deren von führenden Politikern propagierte sowie in der Koalitionsvereinbarung vorgesehene „Eins-zu- Eins-Umsetzung” konnte nicht gelingen, da sie die parlamentarischen Willensbildungsprozesse sowie die Notwendigkeit politischer Kompromisse ausblenden wollte. Dennoch traten bereits zu Beginn des Jahres 2003 das erste und zweite „Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt” in Kraft, die erheblich modifizierte Vorschläge umsetzen sollen.

Der folgende Beitrag versucht keine vollständige Darstellung aller ursprünglich unterbreiteten „Innovationsmodule”. Er vermittelt im ersten Teil auf empirischer Grundlage einen Überblick über die Schwierigkeiten der wichtigsten, tatsächlich beschlossenen Instrumente und „wirksamen Sofortmaßnahmen” (vor allem Personalserviceagenturen, Ich-AGs, neue Selbstständigkeit, Minijobs). Im zweiten Teil behandelt er grundsätzliche, im Kommissionsbericht fehlende Probleme.

1. Die ersten Maßnahmen – ein kurzer Abriss

– Die 181 Arbeitsämter werden grundlegend reformiert und zu Job-Centern für „alle arbeitsmarktbezogenen Dienstleistungen” umgewandelt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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