Ausgabe Mai 2003

Jenseits verfestigter Ressentiments und Hassgefühle

Laudatio auf Amira Hass

Die „Blätter für deutsche und internationale Politik“ und ihr Förderverein (die Gesellschaft für politisch-wissenschaftliche Publizistik und demokratische Intiativen e.V., Bonn) vergeben in diesem Jahr den Demokratiepreis an die israelische Journalistin Amira Hass. Amira Hass kann heute nicht bei uns sein. Im Schatten des Irakkrieges sieht sie als ihre journalistische Pflicht, zuhause, in den Palästinensergebieten, präsent zu bleiben. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin haben wir aber am Termin der Preisverleihung festgehalten. Ihre Freundin Alexandra Senfft wird Frau Hass vertreten und die Auszeichnung für sie entgegennehmen.

Lassen Sie mich bitte zunächst, bevor ich einiges zu den Gründen der Preisverleihung sage, die Preisträgerin bei denjenigen unter ihnen kurz vorstellen, die sie und ihr Werk noch nicht kennen.

Amira Hass ist Israelin. Ihre Eltern stammen aus Südosteuropa. Sie waren Opfer der Judenverfolgung durch Hitlerdeutschland. Der Vater war Rumäne und wurde deportiert, die Mutter stammte aus Bosnien und war Überlebende des Konzentrationslager Bergen-Belsen. Beide verließen nach dem Ende des Krieges Europa und wurden Bürger Israels.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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