Ausgabe Juli 2003

Der Ressourcenkrieg

Einige Voraussetzungen für eine friedliche Entwicklung im Kongo

Bis vor wenigen Wochen war der Begriff "Ituri" nur wenigen Entwicklungsexperten bekannt. Heute ist die Bezeichnung für die ostkongolesische Region allseits bekannt und zeigt das Interesse Deutschlands und der Welt an dem blutigsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg an.

Anfang Mai haben sich die ugandischen Besatzungstruppen aus Ituri und dessen Hauptstadt Bunia nach fünfjähriger Okkupation zurückgezogen. Es entstand ein Machtvakuum, das von Milizen unterschiedlicher Volksgruppen binnen weniger Tage ausgefüllt wurde. Im Falle der Region Ituri waren dies die bewaffneten Gruppen der Lendu und Hema. Beide Rebellengruppen werden weiterhin von Ruanda und Uganda militärisch und logistisch unterstützt, um die Interessen der Nachbarländer an der Ausbeutung von Gold, Diamanten, Öl, Coltan und Tropenhölzer in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) zu verteidigen. Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen kam es zu bestialischen Übergriffen auf die Bevölkerung, zu Zwangskannibalismus und systematischen Vergewaltigungen.

Es handelt sich bei dem jetzigen Konflikt nicht um schlichte "Stammeskriege", sondern um die Durchsetzung nationaler Machtinteressen und die Kontinuität privater Bereicherung durch die illegale Ressourcenausbeutung in der DR Kongo.

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