Ausgabe Juli 2006

Bertelsmann: Kommerz statt Kommune

Dass die Bertelsmann-Stiftung (BS) auf verschiedenen politischen Feldern, insbesondere in der Bildungspolitik, über großen Einfluss verfügt, ist inzwischen zunehmend bekannt.1 Weit weniger herumgesprochen hat sich hingegen, dass die Stiftung auch auf dem Feld der Kommunalpolitik tätig ist.

Dass die Bertelsmann-Stiftung (BS) auf verschiedenen politischen Feldern, insbesondere in der Bildungspolitik, über großen Einfluss verfügt, ist inzwischen zunehmend bekannt.1 Weit weniger herumgesprochen hat sich hingegen, dass die Stiftung auch auf dem Feld der Kommunalpolitik tätig ist. Obwohl die Gemeindepolitik das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen gestaltet, bleibt die schleichende „Bertelsmannisierung“ der Kommunen den meisten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner verborgen.

Seit Ende der 60er Jahre wird von einem Bedeutungsgewinn der Kommunalpolitik gesprochen, spätestens seit den 80er Jahren, als die städtischen Probleme in den Bereichen Umwelt, Energie, Verkehr, Arbeitsmarkt, Migration, Sanierung und Wohnen immer größer wurden. Seit Jahren gewinnen zudem auch die Finanzknappheit der öffentlichen Haushalte, die ökonomischen Folgen städtischer Schrumpfungsprozesse, die auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich sowie wachsende ordnungspolitische Sicherheitserfordernisse an Bedeutung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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