Ausgabe März 2009

Neuer Präsident, neue US-Außenpolitik?

Seinen Wahlkampf als Kandidat des Wandels zu bestreiten, wurde Barack Obama nicht sonderlich schwer gemacht. Man rufe sich nur für einen Moment John McCains uneingeschränkte Verherrlichung der jüngsten US-amerikanischen Vergangenheit ins Gedächtnis. Doch nun regiert Obama, und diese Vergangenheit ist zu seiner Gegenwart geworden. Um sie zu meistern, wird er mehr brauchen als seine zweifellos brillante Rhetorik.

Dabei ist es gerade Obamas Art zu sprechen, die innerhalb wie außerhalb Amerikas enorme Erwartungen geweckt hat. Er wird deshalb zukünftig nicht nur einer Vielzahl unkontrollierbarer Ereignisse begegnen müssen, wie sie keinem Präsidenten erspart bleiben; er steht auch unter der Last seines Versprechens, diese unter Kontrolle bringen und in einen grundlegenden Wandel überführen zu können.

Augenblicklich erfreut Obama sich eines beträchtlichen Rückhalts in der Öffentlichkeit, aber das kann sich in unserer stets unberechenbaren politischen Kultur schnell ändern. Immerhin 46 Prozent der Wählerschaft haben gegen ihn gestimmt, und seine Gegenspieler im Kongress, in den Medien und der breiteren Öffentlichkeit werden keine Nachsicht zeigen, sobald sie beim Präsidenten selbst oder seiner Partei Schwachstellen entdecken, was überhaupt nicht ausbleiben kann.

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