Ausgabe Juli 2026

Stabilität auf fremde Rechnung

Was die neue Trump-Xi-Formel für Europa bedeutet

US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping während Trumps Staatsbesuch am 14. Mai 2026 (IMAGO / Newscom / EyePress)

Bild: US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping während Trumps Staatsbesuch am 14. Mai 2026 (IMAGO / Newscom / EyePress)

Donald Trump und Xi Jinping sprechen von strategischer Stabilität. Doch gemeint ist keine neue Kooperation zwischen den USA und China, sondern die vorläufige Einhegung ihrer Rivalität. Für Europa kann diese bilaterale Stabilisierung kurzfristig Entlastung bringen – langfristig aber droht sie Europas Abhängigkeiten zu zementieren und seine politische Gestaltungsmacht zu untergraben.

Wer den Gipfel zwischen Donald Trump und Xi Jinping Mitte Mai in Peking als Beginn einer neuen Weltordnung liest, überschätzt das Ereignis. Wer ihn nur als diplomatisches Theater abtut, unterschätzt ihn. Die Semantik des Erfolgs war genauestens vorbereitet: Das Weiße Haus sprach von strategischer Stabilität, neuen Foren für Handel und Investitionen, Entlastung bei Seltenen Erden und kritischen Mineralien, dem zugesagten Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen sowie chinesischen Agrarkäufen von mindestens 17 Mrd. US-Dollar jährlich in den Jahren bis 2028.1 

China rahmte das Treffen grundsätzlicher: Xi sprach von einer »konstruktiven Beziehung der strategischen Stabilität zwischen China und den USA« und verband diese Formel mit Kooperation, begrenztem Wettbewerb, handhabbaren Differenzen und besonderer Vorsicht der USA in der Taiwan-Frage.2 Washington präsentierte also ein handelspolitisch verwertbares Paket; Peking las das Treffen als Anerkennung eines bilateralen Ordnungsrahmens.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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In der Juli-Ausgabe zeigt Jan Niklas Reiche auf, was die demokratischen Parteien bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt noch tun müssen, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Thomas Assheuer seziert die essayistischen Elaborate von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und legt offen, worum es ihm im Kern geht: um deutsche Kunst im Dienst eines dezidiert antiliberalen Christentums. Klaus Lederer beschreibt, wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen und die von ihnen erkämpften Rechte mobil macht. Jan Schlemermeyer plädiert für eine antifaschistische Sicherheitspolitik, die Demokratie als Kernanliegen begreift. Winfried Thaa erinnert an das Gründungsereignis der neuzeitlichen Demokratie – die Amerikanische Revolution und Verfassungsgebung vor 250 Jahren –, die heute durch Donald Trump ausgerechnet am Ort ihrer Entstehung zerstört zu werden droht. Stefan Messingschlager erläutert, was die bilaterale Stabilisierung zwischen Trump und Xi Jinping für Europa bedeutet. Paul Starzmann ergründet, wie weit Wladimir Putins Einfluss in Afrika tatsächlich reicht. Und Friederike Otto erklärt mit Jürgen Habermas, warum die Demokratie zur Bekämpfung der Klimakrise unabdingbar ist. 

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