Ausgabe Juli 2010

Soldatentrauma Afghanistan

Ende Mai d.J. besuchte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erstmals das Forschungs- und Behandlungszentrum Psychotraumatologie und Posttraumatische Belastungsstörungen im Bundeswehrkrankenhaus Berlin. Nur wenige Wochen zuvor hatte das sogenannte Traumazentrum neben der Forschung auch die Behandlung von Traumata in den Vordergrund gerückt.

Eine solche Behandlung ist tatsächlich immer öfter vonnöten. Denn neben Getöteten und Verwundeten fordern die Auslandseinsätze der Bundeswehr auch seelisch verletzte Opfer. So stieg die Zahl der Soldaten, bei denen Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) diagnostiziert wurden, innerhalb nur eines Jahres von 245 (2008) auf 466 (2009).[1] Allein im ersten Quartal dieses Jahres soll es bereits 147 Fälle gegeben haben.[2] Und die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen.

Nachdem das Thema von der Politik jahrelang totgeschwiegen wurde, ist nun offensichtlich auch den politisch Verantwortlichen bewusst geworden, dass sich die einschlägigen Erkrankungen der aus Kriegseinsätzen zurückkehrenden Soldatinnen und Soldaten nicht länger ignorieren lassen.

Dass es Guttenberg dabei tatsächlich primär darum geht, die Betroffenen zu „entstigmatisieren“, scheint indes fraglich.

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