Ausgabe Oktober 2012

Humanitäre Hilfe oder die Politik der Empörung

Als am 12. August dieses Jahres ein Erdbeben im Nordwesten Irans ganze Landstriche verwüstete, über 300 Menschen tötete und rund 5000 verletzte, boten viele Staaten umgehend ihre Hilfe an, unter anderem die Bundesrepublik Deutschland, die Schweiz und die USA. Deren Experten wollten in den wichtigen ersten Tagen helfen, verschüttete Überlebende zu suchen, zu bergen, und die Verwundeten medizinisch zu versorgen. Doch die iranische Regierung lehnte sämtliche Hilfsangebote ab. Erst nach drei Tagen ließ sie internationale Hilfe zu und verhinderte damit, dass die Betroffenen rechtzeitig versorgt wurden.[1] Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kritisierte die iranische Regierung prompt scharf für ihre Ablehnung der Hilfe: Sie verletze damit „aufs Gröbste ihre Fürsorgepflichten gegenüber der eigenen Bevölkerung“. Roth findet auch eine Erklärung für die Ablehnung: „Offensichtlich sind dieser Regierung vermeintliche Fragen der ‚Ehre‘ wichtiger als rasche und möglichst wirksame Hilfe für die Opfer der Katastrophe.“[2]

Der iranische Innenminister Mostafa Mohammad Nadschar erklärte hingegen, die Regierung bräuchte keine Hilfe, da sie alleine mit der Situation zurechtkomme. Zudem begründete die Regierung in Teheran ihre Ablehnung damit, dass das Hilfsangebot aus den USA „Heuchelei“ sei.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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