Ausgabe Juni 2014

Boko Haram: Nigerias entfesseltes Monster

Die Terroristen kamen mit Gewehren und Granaten, Lastwagen und einem Bus. Ihr Attentat war gut vorbereitet. In der Nacht zum 15. April stürmten die Angreifer das örtliche Mädcheninternat, die staatliche Secondary Girls School, in der kleinen Ortschaft Chibok im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias und trieben die Schülerinnen der Abschlussklassen zusammen. Mehr als einen Monat später fehlt von den 243 Mädchen jede Spur, und das obwohl nach einem Aufschrei der Entrüstung in Nigeria und auch im Westen Drohnen und Entführungsspezialisten aus den USA, Großbritannien und Frankreich an der Suche teilnehmen. Gut drei Dutzend Mädchen, die sich irgendwie selbst befreien konnten – einige bei einer Lastwagenpanne –, sind die einzigen, die von ihrer Verschleppung berichten können, verübt durch die Gruppe, die seit einigen Jahren für Angst und Schrecken in Afrikas bevölkerungsreichster Nation sorgt: Boko Haram. 

Brutalität im Namen des Heiligen Krieges

Wer steckt hinter der Bewegung, deren selbst ernannter Sprecher Abubakar Shekau in einem Video behauptet, er wolle die Mädchen auf dem Markt verkaufen? Mit vollem Namen heißt sie „Sunnitische Bruderschaft in Ausführung des Heiligen Krieges“.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema