Ausgabe September 2022

Solidarisch gegen Putin

Demonstration am Unabhängigkeitstag der Ukrainein in Krakau, 24.8.2022 (IMAGO/NurPhoto)

Bild: Demonstration am Unabhängigkeitstag der Ukrainein in Krakau, 24.8.2022 (IMAGO/NurPhoto)

Angesichts eines drohenden kompletten russischen Gaslieferstopps wächst die Sorge, die EU könnte im Ukraine-Krieg ihre Durchhaltefähigkeit verlieren oder gar Kiew zu Konzessionen an Moskau nötigen. Den erforderlichen langen Atem werden die Europäer aber nur aufbringen, wenn die Solidarität nach innen und außen gestärkt wird, argumentiert der Grünen-Politiker Jürgen Trittin.

Ausgerechnet in Zeiten, in denen die Gesprächskanäle nach Russland, etwa zwischen Olaf Scholz, Emmanuel Macron und Wladimir Putin, versiegt sind, häufen sich Warnungen vor einem „baldigen Waffenstillstand […] um jeden Preis“ in der Ukraine.[1] Ralf Fücks vom Zentrum Liberale Moderne sieht gar „Unterwerfungspazifisten“ am Werk, die „die Ukraine zum Aufgeben bewegen“ wollen.[2] Diese Warnungen stehen in einem eigentümlichen Kontrast zu den Entwicklungen auf dem Schlachtfeld. Während Russland seine Truppen massiert, um seinen Plan zur Eroberung mindestens des Donbass umzusetzen, feiern die Ukrainer bei der Zerstörung russischer Munitionsdepots die Erfolge jener Raketenwerfer, die aus den USA, Großbritannien und Deutschland geliefert wurden. Zugleich ist auf Seiten der russischen Regierung gar keine Bereitschaft zu einer Unterbrechung des Mordens zu erkennen, dem in der Ukraine täglich 100 Menschen zum Opfer fallen, während weitere 500 schwere Verletzungen davon tragen.

September 2022

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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