Ausgabe August 2023

Simbabwe: Gewalt gegen Frauen als Machttechnik

Emmerson Mnangagwa, Präsident Simbabwes bei Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in Mount Darwin, Simbabwe, 18.4.2023 (IMAGO / Xinhua / Tafara Mugwara)

Bild: Emmerson Mnangagwa, Präsident Simbabwes bei Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in Mount Darwin, Simbabwe, 18.4.2023 (IMAGO / Xinhua / Tafara Mugwara)

Wenn am 23. August in Simbabwe Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden, geht es für Präsident Emmerson Mnangagwa und dessen Regierungspartei Zimbabwe African National Union – Patriotic Front (ZANU-PF) um viel: Nach dem Sturz des Langzeitherrschers Robert Mugabe durch das Militär im Jahr 2017 übernahm er, einst ein Parteikollege Mugabes, 2018 das Präsidentenamt. Nun strebt der 80jährige eine zweite Amtszeit an. Doch in Umfragen vom März lag sein Herausforderer, der 45jährige Nelson Chamisa mit seiner neu gegründeten Citizens Coalition for Change (CCC), knapp vorn.[1] Denn viele der etwa 15 Millionen Einwohner:innen des Binnenstaats im südlichen Afrika führen die Missstände im Land – allen voran die sich seit Jahren auf Talfahrt befindliche Wirtschaft und die dadurch rasant gewachsene Massenarbeitslosigkeit – auf die Regierung der ZANU-PF zurück, die Simbabwe seit dessen Unabhängigkeit autoritär regiert.[2]

Der Staat, der 1980 nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen eine weiße, rassistische Minderheitsregierung seine politische Souveränität erhielt, befindet sich seit langem im Niedergang. Galt Simbabwe einst als Kornkammer auf dem Kontinent, ist das Land mittlerweile zum Empfänger internationaler Nahrungsmittelhilfe geworden.

»Blätter«-Ausgabe 8/2023

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