Ausgabe März 2025

Zuckerbergs Kniefall: Meta ist jetzt MAGA

Meta- und Facebook-CEO Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan bei der Vereidigung von Donald Trump, 20. Januar 2025 (Chip Somodevilla / IMAGO / Newscom / AdMedia)

Bild: Meta- und Facebook-CEO Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan bei der Vereidigung von Donald Trump, 20. Januar 2025 (Chip Somodevilla / IMAGO / Newscom / AdMedia)

Als Donald Trump am 20. Januar zum zweiten Mal den Amtseid ablegte, bot sich ein surreales Tableau: Hinter der Familie des Präsidenten standen Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos und Sundar Pichai – die mächtigsten Tech-Tycoons der Welt, vereint im Schatten eines Mannes, der einst als politischer Paria galt. Das Bild erinnerte an eine düstere Neuauflage mittelalterlicher Hofhaltung: Der König, umringt von seinen Lehnsherren. Doch dies war keine Demonstration feudaler Loyalität, sondern die Inszenierung einer neuen Realität. Das Silicon Valley kniet nicht aus Überzeugung, sondern aus Opportunismus. 

Opportunismus war der Technologiebranche nie fremd, auch wenn die Geschäftsinteressen gut verhüllt wurden: Zunächst im Gewand der gesellschaftlichen Utopie, später zumindest im Bekenntnis zu den Werten des progressiven Amerikas. Ein „Vibe Shift“, eine Veränderung der Atmosphäre, hatte sich allerdings bereits 2022 angedeutet: Damals landeten im Silicon Valley die Mitarbeitenden zu Tausenden auf der Straße. Hatte man in den Jahren zuvor noch über Mitarbeiteranliegen, Diversitätsinitiativen und die Qualität des Kantinenbuffets diskutiert, ging es in der Bucht von San Francisco nun um Arbeitsplatzabbau. 

Als dann der Wahlkampf 2024 anlief, begann auch die bisherige Deutungshoheit der Progressiven in politischen Fragen zu wanken.

»Blätter«-Ausgabe 3/2025

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema