Ausgabe Februar 2026

USA vs. China: Machtkampf mit Mikrochips und Seltenen Erden

Symbolbild: Kämpfende Roboter (IMAGO / Xinhua)

Bild: Symbolbild: Kämpfende Roboter (IMAGO / Xinhua)

Alle Jahre wieder stellen Unternehmen und schließlich auch Regierungen fest, wie abhängig die industrielle Produktion nicht nur von bestimmten Rohstoffen ist, sondern auch von wenigen Lieferanten. Noch bis 2021 bezog Deutschland mehr als die Hälfte der Gasimporte aus Russland. Erst als russische Truppen im Februar 2022 auf Kiew zumarschierten, begann die hastige Suche nach Alternativen. Zuletzt rückten andere Rohstoffe – und ein anderes Land – in den Fokus: Seltene Erden aus China. Im Frühjahr 2025 kündigte die chinesische Regierung Exportkontrollen für sieben der 17 Elemente an, die zu den »Metallen der Seltenen Erden« zählen. Sie stecken in zahlreichen Technologien, etwa in Permanentmagneten, die die Leistung von E-Autos und Windrädern steigern und somit für die Energiewende von zentraler Bedeutung sind. 2024 deckten deutsche Unternehmen etwa 65 Prozent ihres Importbedarfs aus China; bei einzelnen Metallen wie Neodym, Praseodym und Samarium liegt die Abhängigkeit bei bis zu 98 Prozent. Denn auch wenn ihre Vorkommen gar nicht so »selten« sind, wie es der Name suggeriert, entfallen rund 70 Prozent der globalen Förderung und 90 Prozent der Raffination auf China. 

Bei Exportkontrollen klingeln da schnell die Alarmglocken. Die »Süddeutsche Zeitung« titelte im Sommer 2025 von der »Erpressung der Welt« und bezeichnete Seltene Erden als »geopolitische Munition, mit der Peking dem Westen den Hahn zudreht«.

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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