Bild: Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, der kürzlich die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung auf den Markt gebracht hat, beim Kongress »The Future of German Media« in Hannover, 12.03.2026 (IMAGO / epd)
Auf dem deutschen Medienmarkt gibt es seit Ende Februar eine neue Zeitung. Das ist angesichts der andauernden Krise der Printmedien bemerkenswert. Doch über die »Ostdeutsche Allgemeine Zeitung« gibt es noch weit mehr zu sagen. Und das liegt nicht unwesentlich an ihrem Verleger Holger Friedrich.
Mit der »Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung« will Holger Friedrich eine vermeintliche Lücke schließen. Sein neues Vorhaben hat er im Januar im Gespräch mit Jakob Augstein vom »Freitag« ausführlich vorgestellt.1 Dabei ging es viel um »ostdeutschen« Trotz, den Trotz des Holger Friedrich. Der als IT-Unternehmer reich gewordene Friedrich hatte 2019 die heruntergewirtschaftete »Berliner Zeitung« gemeinsam mit seiner Frau Silke gekauft. »Punk« sei das, sagte Silke Friedrich damals. Nun, sechs Jahre später, sprach Holger Friedrich über das »Projekt Halle«, seine Pläne, ein »ostdeutsches Leitmedium« zu schaffen.2 Es sollte wieder punkig, verwegen klingen. Während viele Verlage in der Krise sind, hat Holger Friedrich mit dem Berliner Verlag angeblich Gewinn gemacht, den er nun für das »Projekt Halle« ausgeben will. Die Diskussion mit Augstein fand im Theater Ost in Berlin-Adlershof statt, dort, wo früher die »Aktuelle Kamera« des DDR-Fernsehens produziert wurde. Friedrich sagte auf dem Podium: »Und da kommt dann sowas wie Trotz. Mit diesem Hohn, mit diesem Diskursmittel der Diskreditierung, des Markierens, kommt ihr nicht durch.