Ausgabe Juni 2026

Libanon: Letzte Hoffnung Trump?

Im Schatten des Iran-Krieges tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Dieses Foto zeigt Rauch, der nach einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in Bnaafoul im Südlibanon aufsteigt, 17.5.2026 (IMAGO / Xinhua / Ali Hashisho)

Bild: Im Schatten des Iran-Krieges tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Dieses Foto zeigt Rauch, der nach einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in Bnaafoul im Südlibanon aufsteigt, 17.5.2026 (IMAGO / Xinhua / Ali Hashisho)

Seit Anfang März tobt – im Schatten des Irankriegs – im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Während die Weltöffentlichkeit gebannt verfolgt, wie US-Präsident Donald Trump die militärische Projektionskraft der USA am Golf verspielt, erregt der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah weit weniger Aufmerksamkeit – obwohl die israelischen Angriffe zu großen Verlusten innerhalb der libanesischen Zivilbevölkerung und enormen Schäden an der Infrastruktur des Landes führen. 

Die seit Jahrzehnten schwelende Auseinandersetzung zwischen der schiitischen Miliz und Israel ist dabei in eine neue Phase eingetreten. Der vorherige Waffengang, als die Hisbollah zu Beginn des Gazakriegs versuchte, zugunsten der Hamas eine zweite Front in Israels Norden zu eröffnen, endete erst 2024 mit einem Waffenstillstand und verheerenden Verlusten für die Hisbollah. Israel hatte nicht nur deren charismatischen Führer, Scheich Hassan Nasrallah, getötet, sondern auch große Teile der Kommandostruktur der Miliz ausgeschaltet. 

Trotzdem kam für Israel der Waffenstillstand damals ungelegen. Er kam nicht zustande, weil beide Seiten erschöpft waren oder Israel seine Kriegsziele erreicht hatte, sondern weil Trump rechtzeitig zu seiner Amtseinführung am 6. Januar 2025 einen politischen Erfolg brauchte.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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