Bild: Auf einem Smartphone wurde die App der Wettplattform Polymarket aufgerufen. Auf der Prognosemarktplattform Polymarket kann unter anderem auf den Ausang der Wahl gewettet werden. (IMAGO / Hanno Bode)
Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«. Binnen weniger Stunden waren in der Hauptstadt Caracas nächtliche Explosionen zu hören, während US-Spezialkräfte vorrückten, Maduro und seine Frau Cilia Flores festnahmen und in die USA entführten. Kurz vor dem Angriff hatte ein Bieter auf der US-Prognoseplattform Polymarket seine Wette darauf verdoppelt, dass Maduro bald nicht mehr Präsident sein würde. Bei dem Bieter handelte es sich um einen US-Soldaten, der an der Militäroperation beteiligt war. Bereits im Dezember 2025 hatte dieser sich auf der Plattform registriert und seitdem 13 Wetten auf künftige Veränderungen in Venezuela abgeschlossen. Seine Insiderinformationen brachten dem 38-Jährigen mehr als 409 000 US-Dollar ein, rund zwölfmal so viel wie sein Wetteinsatz von rund 33 000 Dollar. Im April wurde der Elitesoldat wegen der Weitergabe von Geheiminformationen zur persönlichen Bereicherung angeklagt.1
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Insidergeschäfte auf den boomenden digitalen Wettplattformen wie Polymarket oder Kalshi.