Ausgabe Juli 2026

Russland: Scheinriese in Afrika?

Am Straßenrand in Ouagadougou hängt ein Plakat von Interimsstaatschef Ibrahim Traoré und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, 5.3.2024 (IMAGO / Achille Abboud)

Bild: Am Straßenrand in Ouagadougou hängt ein Plakat von Interimsstaatschef Ibrahim Traoré und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, 5.3.2024 (IMAGO / Achille Abboud)

In immer mehr Ländern Afrikas baut Russlands Präsident Wladimir Putin seinen Einfluss aus – mit einer Mischung aus Militärhilfen, Diplomatie und Propaganda. Der Kremlchef zeigt sich dabei gerne als Freund und Förderer Afrikas. Aber ist er das wirklich – und wie weit reicht sein Einfluss?

Männer aus Russland gehören an manchen Orten Afrikas gewissermaßen zum Stadtbild. Zumindest sollen Bilder aus verschiedenen Ländern diesen Eindruck vermitteln. Als etwa im März 2024 in Russland Präsidentschaftswahlen stattfanden, war das auch in Bangui zu sehen, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Vor der russischen Botschaft, einem schmucklosen Hochhaus mit Blick über das Regierungsviertel und den angrenzenden Ubangi-Fluss, bildeten zwei Dutzend weiße Männer eine Warteschlange, um in der Botschaft ihre Stimme abzugeben. Sie trugen Freizeitkleidung und Masken über dem Gesicht. Das Foto ging um die Welt. »Eines der wahrscheinlich interessantesten Bilder der russischen ›Wahl‹ kommt aus der Zentralafrikanischen Republik, wo Wagner-Söldner vor der russischen Botschaft in Bangui Schlange stehen«, schrieb der niederländische Fotojournalist Thomas van Linge dazu auf der Plattform X. Die Aufnahme war wie ein Alarmsignal, stand sie doch für eine Entwicklung, die in Europa bis dahin relativ wenig Beachtung fand: In immer mehr Ländern Afrikas baut Russlands Präsident Wladimir Putin seinen Einfluss aus.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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In der Juli-Ausgabe zeigt Jan Niklas Reiche auf, was die demokratischen Parteien bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt noch tun müssen, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Thomas Assheuer seziert die essayistischen Elaborate von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und legt offen, worum es ihm im Kern geht: um deutsche Kunst im Dienst eines dezidiert antiliberalen Christentums. Klaus Lederer beschreibt, wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen und die von ihnen erkämpften Rechte mobil macht. Jan Schlemermeyer plädiert für eine antifaschistische Sicherheitspolitik, die Demokratie als Kernanliegen begreift. Winfried Thaa erinnert an das Gründungsereignis der neuzeitlichen Demokratie – die Amerikanische Revolution und Verfassungsgebung vor 250 Jahren –, die heute durch Donald Trump ausgerechnet am Ort ihrer Entstehung zerstört zu werden droht. Stefan Messingschlager erläutert, was die bilaterale Stabilisierung zwischen Trump und Xi Jinping für Europa bedeutet. Paul Starzmann ergründet, wie weit Wladimir Putins Einfluss in Afrika tatsächlich reicht. Und Friederike Otto erklärt mit Jürgen Habermas, warum die Demokratie zur Bekämpfung der Klimakrise unabdingbar ist. 

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