Bild: Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in São Paulo, 7.9.2026 (IMAGO / Brazil Photo Press)
Brasilien bereitet sich auf den großen Showdown vor: Am 4. Oktober findet die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt, und alles deutet auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Lagern hin, die seit Jahren die Politik des Landes prägen. Auf der rechten Seite geht Flávio Bolsonaro in den Ring, Senator aus Rio de Janeiro und Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro. Auf der linken Seite will es Amtsinhaber Luiz Inácio »Lula« da Silva von der Arbeiterpartei Partido dos Trabalhadores (PT) noch einmal wissen.
Lula musste gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen rechten Putschversuch abwehren. Laut Ermittler:innen war sogar ein Mordanschlag auf ihn geplant. Danach ist – zumindest zwischenzeitlich – eingetreten, was in Brasilien lange undenkbar schien: eine gewisse Form von Normalität. Die Menschen diskutierten wieder über ihre geliebten Telenovelas und nicht mehr über tägliche Schreckensmeldungen, wie es noch unter Bolsonaro Senior der Fall war. Unbestritten ist, dass Lula sein Land nach Jahren weitgehender Isolation wieder zurück auf die internationale Bühne geführt hat. Auch die Wirtschaftszahlen sehen auf den ersten Blick gut aus: 2025 lag das Wachstum bei 2,3 Prozent, die Arbeitslosigkeit fiel auf historische Tiefstwerte. Zugute kam der Regierung die Stabilität des Agrarsektors, ebenso hohe Exporteinnahmen in anderen Branchen.