Bild: Der designierte Präsident Kolumbiens, Abelardo de la Espriella, 25.6.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)
Abelardo de la Espriella, der neu gewählte Präsident Kolumbiens, vereint alles, was die radikale Rechte auf dem amerikanischen Kontinent im Angebot hat. Im Wahlkampf versprach der 48-jährige Jurist, wie Javier Milei in Argentinien, die Kettensäge an den kolumbianischen Staat anzulegen. Im Stil von El Salvadors Präsident Nayib Bukele kündigte er an, mit harter Hand und ohne Rücksicht auf Menschenrechte gegen kriminelle bewaffnete Gruppen vorzugehen. Und wie Donald Trump polemisierte er gegen alles, was irgend-wie links ist. Seinem Kontrahenten Iván Cepeda vom regierenden Pacto Histórico und dem scheidenden Präsidenten Gustavo Petro warf er vor, gemeinsam mit dem »Narcoterrorismus« an der »Zerstörung« Kolumbiens zu arbeiten. Gegen sie werde er so vorgehen, wie sie es als »Feinde« verdient hätten.1 Um sein Hardliner-Image zu unterstreichen, gab er sich den Kampfnamen »Tiger« und nutze dieses Symbol in seiner Wahlkampagne, ob auf Social Media oder für Merchandise-Artikel.
Der Wahlsieg de la Espriellas ist Teil des scharfen Rechtsrucks, den der amerikanische Kontinent derzeit von Alaska bis Feuerland erlebt.2 Zugleich ist er eine Reaktion auf die Regierung Petros, die als erste Linksregierung Kolumbiens 2022 mit großen Versprechen angetreten war. Zwar konnte Petro trotz fehlender eigener Mehrheit im Parlament wichtige Veränderungen anstoßen, aber mit zentralen Projekten ist er gescheitert.