Friedrich Merz und der Niedergang der CDU
Bild: Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz als Reaktion auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in Berlin, 7.9.2026 (IMAGO / Florian Gaertner / photothek)
Der rasende Autoritäts- und Machtverlust, den die Union und der Bundeskanzler höchstpersönlich binnen nicht einmal zwei Jahren an der Regierung erlitten haben, erklärt sich nicht zuletzt durch Friedrich Merz’ Führungsstil. Anstatt wie sein Vorgänger Helmut Kohl Partei und Land durch permanente Nähe und Rückkopplung zum Bürger zu führen, setzt Merz ganz auf cäsaristische Anweisung von oben – und verstärkt auf diese Weise immer mehr die Ablehnung in der Bevölkerung.
Wir sind alle zutiefst schockiert«, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz, als er am 7. September 2026, dem Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, vor die Presse trat. Das Ergebnis sei »die schwerste Wahlniederlage, die die CDU seit Jahren, seit Jahrzehnten auch, eingefahren« habe. Der Wahltag habe »nicht nur in Sachsen-Anhalt etwas verändert, sondern in ganz Deutschland«, mit »Auswirkungen auch auf die internationale Lage«1. Tatsächlich hat sich bei dieser schon heute als historisch zu bezeichnenden Wahl das Ergebnis der AfD mit 43,8 Prozent mehr als verdoppelt und das der CDU mit 17,2 Prozent mehr als halbiert. Dabei hatte derselbe Friedrich Merz vor einigen Jahren, am 15. November 2018, vollmundig ausgeführt, er traue es sich »zu, die AfD mit ihren Wählerinnen und Wählern zu halbieren«. Die CDU könne »bei bundesweiten Wahlen wieder bis zu 40 Prozent erreichen«2.