Ausgabe September 2014

Turbulenzen im Volksheim: Schweden vor der Wahl

Es sind nur noch wenige Tage bis zur schwedischen Reichstagswahl am 14. September und schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Kräfteverhältnisse im schwedischen Parteiensystem verschieben werden. Gewinner und Verlierer stehen zwar längst nicht fest, absehbar ist aber schon eines: Es drohen schwierige parlamentarische Verhältnisse im schwedischen „Volksheim“.

Die Mitte-Links-Parteien, bestehend aus Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei führen in Umfragen bislang deutlich vor den vier bürgerlichen Regierungsparteien (Konservative, Liberale, Zentrumspartei, Christdemokraten). Doch ob es für den rot-grünen Block am Wahltag zum Machtwechsel reichen wird, ist noch nicht ausgemacht. Während die regierende Mitte-Rechts-Allianz unter Führung des konservativen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt kräftig an Rückhalt eingebüßt hat, tritt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SAP) in der Opposition auf der Stelle. Die SAP, die einst den parteipolitischen Flügel einer der mächtigsten und am dichtesten organisierten proletarischen Bewegungen weltweit verkörperte, steckt seit 2006 in der Oppositionsdepression, wirkt politisch sprachlos und deutungsschwach.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.