Ausgabe September 2014

Turbulenzen im Volksheim: Schweden vor der Wahl

Es sind nur noch wenige Tage bis zur schwedischen Reichstagswahl am 14. September und schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Kräfteverhältnisse im schwedischen Parteiensystem verschieben werden. Gewinner und Verlierer stehen zwar längst nicht fest, absehbar ist aber schon eines: Es drohen schwierige parlamentarische Verhältnisse im schwedischen „Volksheim“.

Die Mitte-Links-Parteien, bestehend aus Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei führen in Umfragen bislang deutlich vor den vier bürgerlichen Regierungsparteien (Konservative, Liberale, Zentrumspartei, Christdemokraten). Doch ob es für den rot-grünen Block am Wahltag zum Machtwechsel reichen wird, ist noch nicht ausgemacht. Während die regierende Mitte-Rechts-Allianz unter Führung des konservativen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt kräftig an Rückhalt eingebüßt hat, tritt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SAP) in der Opposition auf der Stelle. Die SAP, die einst den parteipolitischen Flügel einer der mächtigsten und am dichtesten organisierten proletarischen Bewegungen weltweit verkörperte, steckt seit 2006 in der Oppositionsdepression, wirkt politisch sprachlos und deutungsschwach.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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