Ausgabe März 2015

Aus Bündnispflicht zur Kriegsbeteiligung?

Angesichts des anhaltenden Vormarschs von »Islamischem Staat« und »Boko Haram« sprachen sich in den letzten beiden Ausgaben der »Blätter« Albrecht von Lucke und Tom Goeller auch für den Einsatz militärischer Mittel als Ultima Ratio aus. Dagegen plädieren Werner Koep-Kerstin, Bundesvorsitzender der Humanistischen Union (HU), und Martin Kutscha, Vorstandsmitglied der HU wie der deutschen Sektion der IALANA, für das absolute Primat politischer Lösungen. – D. Red. 

Was spricht eigentlich dagegen, den blutigen Feldzügen von Mörderbanden wie dem „Islamischen Staat“ oder „Boko Haram“ durch gezielte Militäreinsätze von Nato-Staaten entschieden Einhalt zu gebieten? Sollte nicht auch Deutschland durch entsprechende Beteiligung an diesen und anderen „humanitären“ Interventionen mehr internationale Verantwortung übernehmen?

Nach diesem Tenor, der zum Beispiel in Reden des Bundespräsidenten anklingt und inzwischen viele Medien beherrscht, scheint es zu solchen militärischen Missionen auf den Krisenschauplätzen der Welt keine vernünftige Alternative zu geben. Dabei fällt eine unvoreingenommene Bilanz der internationalen Kriegseinsätze des vergangenen Jahrzehnts selbst dann durchweg verheerend aus, wenn auf diese Weise brutale Diktatoren beseitigt werden konnten.

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In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

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