Ausgabe Oktober 2016

Was kommt nach dem Protest?

Der Aufstieg der AfD und die Krise der Linken

Bild: froodmat / photocase.de

Erst Brandenburg und Sachsen, dann Sachsen-Anhalt, jetzt Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Die Landtagswahlen der jüngsten Zeit haben eines bewiesen: Die AfD ist eine Herausforderung nicht nur für die Union, sondern auch für SPD und Linkspartei – und das trotz des erfolgreichen Ausreißers für Die Linke in Berlin. Wie schon in Sachsen-Anhalt wurde die AfD auch in Mecklenburg-Vorpommern zur zweitstärksten Partei. Gewiss, das eigentliche, zentrale Reservoir der AfD ist die Reaktivierung ehemaliger Nichtwähler. Zudem hat noch immer die CDU am meisten an die AfD verloren. Doch auch die Sozialdemokratie verliert erhebliche Stimmen an die Rechtspopulisten, und in Mecklenburg-Vorpommern musste vor allem auch die Linkspartei mächtig Federn lassen. Damit wurde eines erneut bestätigt: Offensichtlich sind die Zeiten zu Ende, in denen die Linkspartei primär auf dem Resonanzboden von Protest und Unzufriedenheit Zustimmung generieren konnte. Dieses Lager ist bereits seit längerer Zeit keine Ressource mehr für die Linkspartei (und für die SPD schon gar nicht).

Die Partei mag attraktiv geblieben sein für jene – und sie sollte es durchaus –, die eine ganz grundsätzlich kritische Haltung zum Kapitalismus haben; sie mag und sollte Ansprechpartnerin sein für viele, die sich in fortschrittlichen Protestbewegungen organisieren.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.