Ausgabe August 2017

Deutsche Waffen, deutsches Geld

Bild: Westend Verlag

Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, ist Deutschland seit dem August 2014 nicht mehr nur in Afghanistan (aufgrund eines UN-Beschlusses), sondern auch in Syrien und im Irak Kriegspartei (allerdings ohne UN-Beschluss). Denn Deutschland hat seither mehr als 2000 Tonnen Waffen und Munition an kurdische Milizen geliefert und trägt damit aktiv zum weiteren Zerfall des Irak bei. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete diese Aufrüstung von Kriegsparteien als „Ertüchtigung“, obwohl niemand weiß, wo die gelieferten Waffen am Schluss verbleiben und wozu sie wirklich „ertüchtigen“.

Wer sich für die Kollateralwirkungen dieser Waffenlieferungen und für die Verquickung deutscher Außenpolitik mit militärisch motivierter Wirtschaftspolitik interessiert, der findet im neuen Buch von Markus Bickel fundierte Information und gediegene Analysen. Es beschreibt, wie Deutschland mit seinen Waffenexporten einen Kreislauf aus Korruption und Gewalt fördert, von dem insbesondere, aber nicht nur, die arabische Welt betroffen ist. Der Kollateralschaden in dieser Region übersteigt den Gewinn in der Handelsbilanz des „Exportweltmeisters“ um ein Vielfaches.

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