Ausgabe September 2017

USA versus China: Der unausweichliche Krieg?

Auch wenn gegenwärtig die Nordkoreakrise alles zu überdecken droht, sollten wir dabei eines nicht übersehen: Planung und Vorbereitung eines amerikanisch-chinesischen Krieges sind in den Streitkräften beider Staaten mittlerweile weit fortgeschritten. Zwar hat keine Seite die geringste Idee, wann oder warum sie gegen die andere zu Felde ziehen sollte, aber beide stimmen in einer ganzen Liste möglicher Entwicklungen überein, die einen bewaffneten Konflikt auslösen könnten. Diese reichen von Marineeinsätzen im Streit um die Spratly- oder die Senkaku-Inseln bis hin zu einem ausgewachsenen Krieg um Taiwan, dessen Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung mit dem Festland Chinas.

Der Kontext, in dem derartige Kontingenzen eintreten könnten, ist Ausdruck eines historisch gewachsenen und weiter andauernen Machtungleichgewichts. Entlang der chinesischen Grenzen stehen US-Streitkräfte auf vorgeschobenen Posten – ein auf die „Eindämmungs“-Politik des Kalten Krieges zurückgehendes Muster. Chinas Streitkräfte ihrerseits stehen dort, wo nach chinesischer Auffassung die Grenzen der Volksrepublik verlaufen. Peking sieht in den Vereinigten Staaten das Land, das am ehesten fähig und geneigt sein könnte, diese Grenzen zu verletzen und China anzugreifen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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