Ausgabe Oktober 2018

Schluss mit der Ungleichheit: Zehn Jahre Finanzkrise, Teil II

Zehn Jahre hält die Misere inzwischen an, die die Finanzkrise von 2008 ausgelöst hat. Für die Insider des Systems hat sich seither nichts geändert. Alle anderen aber sahen sich in eine elende Dekade versetzt, deren Not durch die Austeritätspolitik noch vergrößert wurde. Dabei ist festzuhalten, dass nicht irgendwelche Außenseiter, sondern anerkannte Makroökonomen ausdrücklich davon abgeraten hatten, einen Austeritätskurs einzuschlagen. Sie sagten voraus, dass er zu Stagnation oder zur Schrumpfung des BIP führen würde, was dann auch tatsächlich geschah. Dennoch setzten sich jene Politiker durch, die die Krise als politischen „Wendepunkt“ nutzen wollten – eine Parole, die ich erstmals 2009 im Privatgespräch mit einem Tory hörte, noch bevor der Öffentlichkeit dämmerte, was da auf sie zukam –, Politiker, die die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, öffentliche Haushalte zu beschneiden und den Staat „gesundzuschrumpfen“.

Austeritätspolitik belastet Arme viel stärker als Bessergestellte. Obendrein ist die Kategorie „Sparsamkeit“ ideologisch befrachtet, weil hier eine private Tugend in ein abstraktes Prinzip verfälscht wird, an dem sich die öffentliche Ausgabenpolitik auszurichten hätte.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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