Ausgabe Januar 2019

Grundeinkommen: Kohle für alle

Die CO2-Emissionen haben einen neuen Rekordwert erreicht, teilte jüngst das UN-Umweltprogramm mit. Das ist das glatte Gegenteil dessen, was bei der Pariser Klimakonferenz angestrebt wurde. Deutschland ist dabei mittenmang. Weder beim Verkehr noch in der Energieerzeugung wird die Bundesrepublik ihre Verpflichtung für das große Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, mit den bisherigen Maßnahmen einhalten können. Und die Kohlekommission, die den Ausstieg aus der besonders verschmutzenden Braunkohle vorbereiten soll, hat sich ohne Einigung vertagt. Denn die Kohleländer fordern mal eben so etliche Dutzend Milliarden Euro zur Kompensation. Die große Koalition hat aber für diese Legislaturperiode eher 1,5 Mrd. Euro an Zuschüssen veranschlagt. Und das mit Grund.

Denn die Beschäftigungszahlen, um die es hier geht, sind höchst überschaubar. In der direkten Braunkohleförderung geht es um gut 20 000 Jobs, in den mit Braunkohle arbeitenden Kraftwerken kommen noch etwa 5 000 dazu, großzügig geschätzt. Ein nicht geringer Anteil der Beschäftigten ist über 50 Jahre alt, denn der Niedergang der Branche besteht seit Jahren. Eine Arbeit dort war für den Nachwuchs nur wenig attraktiv. Und wegen 25 000 Arbeitsplätzen von vorwiegend älteren Mitbürgern setzt ein wohlhabendes Land von über 80 Mio.

Sie haben etwa 20% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 80% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Ohne EU-Mindestlohn kein soziales Europa

von Roland Erne

Nach Jahren antisozialer Politik infolge der Finanzkrise von 2008 standen soziale Fragen in der vergangenen Legislatur der EU wieder weiter oben auf der Agenda. Zwischen 2022 und 2024 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat seit langem wieder mehrere soziale EU-Gesetze, darunter die Richtlinie über „angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“.

Drei Millionen ohne Abschluss: Was tun?

von Maike Rademaker

Die Zahl war lediglich einen Tag lang einige Schlagzeilen wert: Rund 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hierzulande haben keinen Berufsabschluss. Maike Rademaker analysiert Gründe und Lösungsansätze.