Ausgabe April 1990

Gewerkschaften und Verantwortung im Beruf

1. Vorbemerkungen

Die aktuell erkennbaren und prognostizierbaren Gefahren für unser Leben und für das Leben der Menschheit insgesamt, insbesondere durch die ökologischen und militärischen Risiken der Gegenwart und Zukunft, haben mittlerweile dazu geführt, daß sich - quer durch die gesellschaftlichen Gruppen - Ansätze für ein Umdenken entwickelt haben.

Gewiß sind diese noch wenig konkret, erst recht sind sie noch keineswegs in ein allgemein oder auch nur mehrheitlich akzeptiertes Gesamtkonzept integriert oder gar in die Praxis umgesetzt. Sehr viel mehr als ein "so geht es nicht weiter" ist noch - nicht Konsens und auch hier gilt es, Vorbehalte zu machen, da nicht wenige die Modifikation "so geht es eigentlich nicht weiter" einbringen.

Dennoch: der ökologische Umbau der Wirtschaft und der Abbau der (Über-) Rüstung sind zentrale Themen in nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen. In der Art und Weise, wie diese Gruppen das Thema aufgreifen, finden sich jedoch weitgehend die klassischen Problemzugänge und -ausblendungen wieder, die aus "traditionellen" Politikbereichen bekannt sind.

Insbesondere in der politisch in der Bundesrepublik nach wie vor dominanten Wirtschaft gibt es starke Vorbehalte gegen prinzipiellere Kritikansätze.

April 1990

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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