Ausgabe März 1992

Es ist an der Zeit, dass einer aufsteht und nein sagt

Mit einer Rede unseres Mitherausgebers Günter Gaus eröffnete der Bertelsmann Unternehmensbereich Buch am 2. Februar d.J. in Dresden eine neue Folge der, in der Vergangenheit in München vorgetragenen, "Reden über das eigene Land" / "Reden über Deutschland". Die neue Vortragsreihe "Zur Sache: Deutschland" wird fortgesetzt mit Reden von Christoph Hein, Egon Bahr und Willy Brandt. (In Heft 2/1989 veröffentlichten die "Blätter" die Münchener "Rede über das eigene Land" von Walter Jens: "Das Land der Sieger".) Bemerkenswerterweise hat die herb kritisierte westdeutsche Öffentlichkeit auf die Dresdner Rede bisher kaum reagiert. Die "Frankfurter Allgemeine" z.B., im publizistischen "Ostgeschäft" intensiv engagiert und von Gaus direkt angesprochen, berichtete mit keiner Zeile. Wir danken Günter Gaus für die freundliche Genehmigung, seine Dresdner Rede in einer gekürzten Fassung vorabzudrucken. Der vollständige Text wird demnächst in Heft 3/1992 der ostdeutschen Zeitschrift "neue deutsche literatur" (ndl, Berlin) erscheinen. D. Red.

Mächtige Hüte sind im vereinigten Deutschland aufgestellt. Man mag nicht glauben, daß Hüte mächtig sein können, aber diese sind es. Sie sind nicht kleidsam noch wärmend, nicht praktisch noch witzig. Ihre Macht allein ist Schmuck genug.

März 1992

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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