Ausgabe März 1992

Es ist an der Zeit, dass einer aufsteht und nein sagt

Mit einer Rede unseres Mitherausgebers Günter Gaus eröffnete der Bertelsmann Unternehmensbereich Buch am 2. Februar d.J. in Dresden eine neue Folge der, in der Vergangenheit in München vorgetragenen, "Reden über das eigene Land" / "Reden über Deutschland". Die neue Vortragsreihe "Zur Sache: Deutschland" wird fortgesetzt mit Reden von Christoph Hein, Egon Bahr und Willy Brandt. (In Heft 2/1989 veröffentlichten die "Blätter" die Münchener "Rede über das eigene Land" von Walter Jens: "Das Land der Sieger".) Bemerkenswerterweise hat die herb kritisierte westdeutsche Öffentlichkeit auf die Dresdner Rede bisher kaum reagiert. Die "Frankfurter Allgemeine" z.B., im publizistischen "Ostgeschäft" intensiv engagiert und von Gaus direkt angesprochen, berichtete mit keiner Zeile. Wir danken Günter Gaus für die freundliche Genehmigung, seine Dresdner Rede in einer gekürzten Fassung vorabzudrucken. Der vollständige Text wird demnächst in Heft 3/1992 der ostdeutschen Zeitschrift "neue deutsche literatur" (ndl, Berlin) erscheinen. D. Red.

Mächtige Hüte sind im vereinigten Deutschland aufgestellt. Man mag nicht glauben, daß Hüte mächtig sein können, aber diese sind es. Sie sind nicht kleidsam noch wärmend, nicht praktisch noch witzig. Ihre Macht allein ist Schmuck genug.

März 1992

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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