Ausgabe März 1992

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik vom 6. Januar bis 5. Februar 1992

6.1. - N a h e r O s t e n. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilt in New York die angekündigte Zwangsausweisung von zwölf Palästinensern aus den besetzten Gebieten.

Hauptaufsätze

Schuldig bei Verdacht?

Seit Jahresbeginn sind die Stasi-Unterlagen einsehbar. Das einschlägige Gesetz, umstritten seit seiner Beratung, entfaltet Wirkung. Die beiden ostdeutschen Autorinnen dieses Beitrags legen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesetz und seiner Anwendung vor.

Konversionschaos in Rußland

Die nachsowjetischen Republiken stöhnen unter der Übermilitarisierung als der wohl schwersten Erblast der Sowjetökonomie. Die Aufzählung der Konversionsgründe gleicht einem Schachmatt für die Rüstungsindustrie.

Feiern vor unsicherer Zukunft

Die programmatischen und konzeptionellen Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Bewegung in den USA nach dem Ende der bipolar strukturierten Welt schlagen sich inzwischen auch in personeller Konkurrenz um die Gunst der konservativ orientierten Wählerschaft nieder: "Mr.

Es ist an der Zeit, dass einer aufsteht und nein sagt

Mit einer Rede unseres Mitherausgebers Günter Gaus eröffnete der Bertelsmann Unternehmensbereich Buch am 2. Februar d.J. in Dresden eine neue Folge der, in der Vergangenheit in München vorgetragenen, "Reden über das eigene Land" / "Reden über Deutschland".

Dokumente zum Zeitgeschehen

Zur Entwicklung in Algerien

 (...) Mit großer Rührung sende ich euch meine Grüße, denn meine Rückkehr *) ist eine Antwort auf den Ruf der heiligen Pflicht in Anbetracht der schwierigen Zeit, die unser Land durchmacht, aber auch aus Treue zu den Werten und Grundsätzen der Novemberrevolution **) kehre ich zurück, Algerien wird bedroht, die Feinde von gestern und von heute ha

Zur Entwicklung in Algerien

Der folgende Beitrag von Ali Belhadj, bis zu seiner Verhaftung am 7. Juni 1991 Vizepräsident und einflußreichster Prediger der FIS, erschien in dem arabischsprachigen FIS-Periodikum "al-Munqidh "24/1990, in französischer Sprache in: M. Al-Ahnaf/Bernard Botiveau/Franck Fregosi, L'Algérie par ses islamistes, Paris 1991, S.

Die Wiederherstellung von Wahrheit tut not.

Die DDR ist Geschichte - sie ist es noch nicht! Ein Gesellschaftssystem, das die Menschheit auf die Höhen der Geschichte führen wollte, ist zusammengebrochen. Wir stehen vor den Folgen der Zerrüttung der Wirtschaft und der Natur, der Städte und Landschaften, der Verwaltung und des Rechts, der Bildung und Wissenschaft, der menschlichen Kommunikation und unseres Denkens.

Kommentare

Was wird aus den Wissenschaftlern im Osten?

Über die Abwehrkämpfe gegen die Versuche, Heinrich Fink, den Rektor der Berliner Humboldt-Universität, stellvertretend für die Intelligenz der Ex-DDR mit Hilfe des Stasi-Syndroms zu demontieren, sind zwei Fragen in den Hintergrund gerückt bei der Beschäftigung mit dem akademischen Wesen in Deutschlands Osten.

Gewaltiges Lehrstück

Die Gewalt von Hoyerswerda, Hünxe und anderswo hat mancherorts für Verstörung gesorgt, weil es mit der "zilivisierten Gesellschaft" nicht sonderlich weit her ist, wenn Turbulenzen auftreten. Die hochpolierte Oberfläche im Westen scheint dünner als vielfach angenommen.

Friedensvertrag für El Salvador

Am 1. Februar trat in El Salvador ein Waffenstillstand in Kraft. Die ultrarechte ARENA-Regierung, die Armee und die Befreiungsbewegung "Farabundo Marti" (FMLN) hatten nach 12 Jahren Krieg am 16. Januar in Mexiko-Stadt unter Vermittlung der Vereinten Nationen einen Friedensvertrag unterzeichnet.

Lektüren & Lektionen

Die Phantasie an der Macht

In Zeiten des Umbruchs wächst der Orienerungsbedarf. Schlagworte erobern blitzschnell die Publizistik. Theorien und Formeln entfalten irritierende Konjunkturen. Versäumte Lektionen zwingen zu Re-Lektüren.

Streitkultur

Zwischen Selbstkasteiung und Dominanz

In Heft 1/1992 der "Blätter" ("1492- 1992: Die Gewalt des Fortschritts oder Erfindung und Zerstörung der Einen Welt") haben wir Streit gesucht. Wir haben gezielt dazu eingeladen, die Diskussion anläßlich des 500.

Akzeptanz von Dominanz.

Die These "Wir (Amerikaner/Europäer) sind zur Dominanz verurteilt" steht - ausgesprochen oder unausgesprochen - im Zentrum der Debatte, die das 1492-Heft der "Blätter" und speziell die Beiträge von Gronemeyer/Leggewie, Markovits/Hess und Halliday ausgelöst haben.