Ausgabe März 1992

Schuldig bei Verdacht?

Erste Erfahrungen mit dem Stasiunterlagengesetz

Seit Jahresbeginn sind die Stasi-Unterlagen einsehbar. Das einschlägige Gesetz, umstritten seit seiner Beratung, entfaltet Wirkung. Die beiden ostdeutschen Autorinnen dieses Beitrags legen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Gesetz und seiner Anwendung vor. Beide waren bereits 1989/90 am Zentralen Runden Tisch mit der Problematik befaßt, Martina Weyrauch als Mitglied der Unabhängigen Untersuchungskommission gegen Amtsmißbrauch, Korruption und persönliche Bereicherung sowie bei der Erarbeitung eines Rehabilitierungsgesetzes. Vgl. zum Thema auch die früheren "Blätter"-Aufsätze von Lutz Rathenow ("Die Zeit heilt gar nichts. Vom Umgang mit den StasiAkten", Heft 12/1990) sowie von Bernd Hahnfeld ("Zweierlei Recht? Ein Zwischenruf zum Stasi-Problem", Heft 11/1991). - Mit den Problemen der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und ihren Rückwirkungen auf das politische Klima der Bundesrepublik insgesamt befassen sich in diesem Heft außerdem die Beiträge von Günter Gaus und Gerhard Zwerenz; vgl. auch den Tribunal-Aufruf im Dokumententeil. D. Red.

März 1992

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema