Ausgabe März 1992

Feiern vor unsicherer Zukunft

Zur Identitätskrise der konservativen Bewegung in den USA

Die programmatischen und konzeptionellen Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Bewegung in den USA nach dem Ende der bipolar strukturierten Welt schlagen sich inzwischen auch in personeller Konkurrenz um die Gunst der konservativ orientierten Wählerschaft nieder: "Mr. America First" Pat Buchanan bewirbt sich um das Amt des republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei den Wahlen im November 1992 und fordert, kritisiert vom Stammvater der politischen Bewegung der amerikanischen Konservativen William Buckley, den republikanischen Amtsinhaber George Bush heraus. Gleichzeitig setzt sich die Kritik an supranationalen und kollektiven Konfliktlösungsmechanismen, wie man sie in Bushs Vision einer "neuen Weltordnung" zu erkennen glaubt, in allen Flügeln des konservativen Lagers fort. Der nachstehende Beitrag, obwohl vor der endgültigen Auflösung der UdSSR abgeschlossen, bietet grundlegende Informationen zur innerkonservativen Debatte und damit Orientierungswissen auch über die zukünftige amerikanische Politik. D. Red.

Der Kalte Krieg ist zu Ende, wer wollte daran noch zweifeln. Der Kollaps des von Hans Gerd Schumann so einfach und treffend bezeichneten "real nicht existierenden Sozialismus" 1) hat symbolisch das 20. Jahrhundert mit sich genommen und das nächste Jahrtausend zehn Jahre früher eröffnet.

März 1992

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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