Ausgabe April 1993

Gut gerüstet für den Frieden?

Zu den Chancen einer weltweiten Friedensdividende

Was über Jahrzehnte hinweg nicht erreichbar war, scheint nun nahezu im Spaziergang möglich zu werden: einschneidende Abrüstung zwischen den (früheren) Supermächten. Am 3. Januar 1993 unterschrieben US-Präsident Bush und der russische Präsident Jelzin in Moskau den START II-Vertrag. Das Abkommen sieht vor, die derzeit etwa 11 000 strategischen Sprengköpfe auf beiden Seiten bis zum Jahr 2003 um zwei Drittel zu reduzieren. Es stellt nach dem INFVertrag zur Beseitigung der Mittelstreckenwaffen in Europa vom Dezember 1987 ein zweites substantielles Abrüstungsabkommen im Nuklearbereich dar. Die Regelungen des im Sommer 1991 vereinbarten START I-Vertrags, der eine Reduzierung der strategischen Atomsprengköpfe um ca. 30% vorgesehen hatte, werden deutlich übertroffen.

Auch im konventionellen Bereich gab es Fortschritte: Der im November 1990 unterzeichnete Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE I) regelt den Abbau von 50 000 Waffensystemen - allerdings vornehmlich auf Seiten der früheren Mitgliedstaaten des Warschauer Pakts (WVO). Das revolutionär veränderte Ost-West-Verhältnis legt die Hoffnung nahe, nicht nur in den Waffenarsenalen, sondern auch in den Militärhaushalten könnten nun einschneidende Kürzungen vorgenommen werden (siehe ausführlich Debiel/Zander 1992).

April 1993

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