Ausgabe Januar 1993

Zwischen Globalisierung und Fragmentierung

Ein Beitrag zur Weltordnungsdebatte

Die Welt als Schicksalsgemeinschaft

Während der vergangenen fünfzehn Jahre ist das Bewußtsein in der Welt darüber gewachsen, daß die Menschheit in manchen Dimensionen ihrer Existenz zu einer globalen Schicksalsgemeinschaft geworden ist.

Noch ist der Begriff "Weltrisikogesellschaft" (Zürn) nicht gebräuchlich, aber die mit ihm zu assoziierenden Sachverhalte gehören inzwischen zur Agenda jeder seriösen Diskussion über internationale Politik. Dabei stand bis vor kurzem angesichts des anhaltenden weltpolitischen Antagonismus und der Rüstungskonkurrenz zwischen Ost und West die Gefahr eines in seinen Auswirkungen räumlich nicht begrenzbaren Nuklearkrieges im Vordergrund.

Wenngleich heute nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes die Abwesenheit solcher Gefahr wie eine Selbstverständlichkeit registriert und kaum noch kommentiert wird, kann es doch keinen Zweifel darüber geben, daß, ungeachtet der Wahrscheinlichkeit im einzelnen, die Gefahr eines Nuklearkrieges zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Welt insgesamt als eine g l o b a l e Schicksalsgemeinschaft erfahrbar machte. Nicht anders ist es mit der offensichtlich exponentiell wachsenden weltweiten Ökologieproblematik.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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