Ausgabe Juli 1993

Somalia: Operation Hoffnung?

Gewehre und schwere Militärfahrzeuge in somalischer Hand sind rund ein halbes Jahr nach Ankunft der ersten internationalen Truppen in Somalia aus dem Straßenbild der meisten Städte des Landes verschwunden. Die Hungersnot, die bis zu 1,5 Millionen Menschen mit dem Tod bedroht hatte, ist erfolgreich bekämpft worden. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, das im letzten Jahr mit rund 170 000 Tonnen Nahrungsmittelhilfe den weitaus größten Teil der Unterstützung für die notleidende Bevölkerung ins Land gebracht hatte, hat die meisten seiner ursprünglich mehr als 900 Garküchen im ganzen Land geschlossen. Seine Mitarbeiter können es wieder wagen, Trockenrationen an Bedürftige zu verteilen, ohne befürchten zu müssen, daß Plünderer für einen Sack Reis morden. In einigen Orten hat sich die Lage so entspannt, daß Nothilfe gar nicht mehr gebraucht wird.

So schließt das Internationale Rote Kreuz jetzt in der nordwestlichen Stadt Belet Huen dem Ort, wo das bewaffnete Vorauskommando der Bundeswehr am 16. Mai gelandet ist - seine Pforten. Statt dessen plant das Deutsche Rote Kreuz den Aufbau eines medizinischen Projektes im örtlichen Krankenhaus.

Juli 1993

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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