Ausgabe Juni 1993

Die Besteuerung von Energie und Kraftfahrzeugen

In den letzten Jahren hat eine umweltpolitische Forderung immer mehr Anhänger gewonnen: das Steuersystem nach ökologischen Kriterien umzustrukturieren.

Aber der Konsens ist in der Regel zu Ende, wenn es darum geht, dieses Vorhaben zu präzisieren. Umstritten ist, wie tief der Umbau in das Steuersystem eingreifen soll: Vorschläge reichen von einer geringfügigen Verteuerung lediglich von Mineralölprodukten bis hin zur umfassenden Reform der Bemessungsgrundlagen, die auch die Lohn-, Einkommens- und Kapitalertragssteuern miteinbeziehen würde. Umstritten ist, ob eine Ökologisierung von Steuern aufkommensneutral sein muß oder ob der Staat sich auf diese Weise notwendige zusätzliche Finanzquellen erschließen soll. Umstritten ist schließlich auch, in welchem Ausmaß ökologisch schädliche Produkte und/oder Verhaltensweisen verteuert werden müssen, damit die Reformen etwas bewirken, ab wann diese Reformen gelten und wie weit in die Zukunft die Steuertarife bindend festgelegt werden sollen, um Produzenten und Konsumenten zu ermöglichen, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen. Die folgenden Ausführungen beantworten diese Fragen nicht, sondern zeigen in einer Bestandsaufnahme, wie unterschiedlich das System von Steuern und Abgaben auf Energie in verschiedenen Ländern zur Zeit organisiert ist 1).

Juni 1993

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Euphorie und Ernüchterung: Bangladesch nach dem Aufstand

von Natalie Mayroth, Dil Afrose Jahan

Im September fanden an der Universität Dhaka, einer der wichtigsten Hochschulen Bangladeschs, Wahlen zur Studentenvereinigung statt. Manche sehen sie als Testlauf für die nationalen Wahlen. Daher ist es ein Warnsignal, dass dort ausgerechnet der Studentenflügel der islamistischen Jamaat-e-Islami gewann.