Ausgabe Februar 1994

Im Felde unbesiegt

Der Abzug der Bundeswehr aus Somalia

Der Einsatz der Bundeswehr in Somalia geht seinem Ende entgegen. Am 20. Dezember 1993 beschloß die Bundesregierung, das Belet Huen-Kontingent bis zum 31. März 1994 heimzuholen. Der Abzug wird im Zusammenhang mit dem Rückzug der US-Soldaten aus Somalia erfolgen.

Denn die Deutschen könnten sich weder ohne die Nachschublieferungen des amerikanischen Logistik-Kommandos halten, noch könnten sie sicher sein, nach dem Abzug der Amerikaner ungeschoren aus dem Land herauszukommen. Was hat das afrikanische Abenteuer gebracht? Die den deutschen Soldaten ursprünglich zugedachte Aufgabe - logistische Unterstützung von 4500 indischen Blauhelmen - konnte nicht erfüllt werden. Der einfache Grund: Die Inder kamen nicht wie erwartet in Brigadestärke, sondern zu dritt. Und so unterstützen denn mehr als eintausend deutsche Soldaten eine indische Skatrunde. Mit anderen Worten: Sie schlagen nun schon seit Monaten nutz- und sinnlos die Zeit im Camp tot. Besser - so läßt sich argumentieren - als daß sie beim Totschlagen von Somalis "logistisch unterstützend" tätig geworden wären.

Denn eines hat sich in den letzten Monaten gezeigt: Was als "friedenserhaltender" Blauhelm-Einsatz mit dem Argument begonnen wurde, der notleidenden somalischen Bevölkerung Hilfe und dem geschundenen Land bringen zu wollen, entpuppte Kriegführung.

Februar 1994

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Uganda vor dem Putsch des Löwen?

von Johanna-Marie Lange

Es war kurz nach Mitternacht Ende Juni, als Soldaten das Gebäude der Nation Media Group in Ugandas Hauptstadt Kampala stürmten und den wichtigsten unabhängigen Fernsehkanal NTV abschalteten. Auch die älteste und größte unabhängige Tageszeitung »Daily Monitor« wurde geschlossen.