Ausgabe Februar 1994

Rohbau oder Ruine

Die KSZE in der Sicherheitsarchitektur Europas

Die "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) ist neben der "Europäischen Union" (EU) und der NATO eine der drei wichtigen Organisationen, die nach dem Ende der europäischen Nachkriegsordnung, mit der sie entstanden waren, fortbestehen. In EU und NATO führte das Ende der Teilung Europas zu den gegenwärtigen Krisen im gemeinsamen Selbstverständnis und damit in der Zusammenarbeit nach innen und außen 1). Für den Versuch einer Antwort auf die Frage, welche Zukunft die KSZE haben kann, ist vorab ein Blick auf die bisherige Geschichte der "Konferenz" nützlich. Die 1975 gegründete KSZE war ein Produkt des bipolaren Kalten Krieges.

Machtpolitisch war sie damit trotz ihrer ausgeprägten Multilateralität eine bipolare Veranstaltung unter Führung der beiden, nicht zur eigentlichen europäischen Region gehörenden, Supermächte. Sie war eine ausschließlich politisch-militärische Veranstaltung, weder eine kulturelle noch eine wirtschaftliche. Der in der ursprünglichen Vereinbarung von Helsinki (1975) *) für diese Themen vorgesehene sogenannte "Korb II" blieb leer.

Februar 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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