Ausgabe Juni 1994

Nach der Apartheid

Fast ließe sich sagen, in Südafrika herrscht eitel Sonnenschein (was es klimatisch all die Jahre und Jahrzehnte der ApartheidDiktatur ungestört des alltäglichen politisch-gesellschaftlichen Unrechtsregimes ohnehin mit konstanter Bosheit gegenüber all denjenigen tat, die gern mal dorthin gereist wären, es sich aber wegen der politischen Zustände nicht trauen durften). Nach Monaten des Tauziehens während der Verhandlungen in Kempton Park, innerund interorganisatorischer Rivalitäten im Vorfeld des Rangelns um die vermeintlichen Honigtöpfe der politischen Macht, der fortgesetzten Massaker unter der Bevölkerung, vor allem in den Townships und den "Killing fields" von Natal, der willkürlichen Attentate und Anschläge auch in den weißen Zentren der Macht, namentlich in den Großstädten Johannesburg und Kapstadt (die, wenn auch in sehr zynischer und menschenverachtender Weise, die Gleichheit insofern vorwegnahmen, als daß erstmals das Leben von Schwarzen und Weißen gleichermaßen bedroht und gefährdet war), scheint mit dem Endergebnis der Wahlen noch alles zu einem glücklichen Ende zu kommen.

In letzter Minute gelang es, mit der Inkatha Freedom Party (IFP) den größenwahnsinnigen und machtbesessenen Mangosuto Buthelezi doch noch einzubinden.

Juni 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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