Ausgabe November 1994

Schöne neue CD-Welt

Schon lange ist bekannt, daß man auf der Compact-disc (CD) nicht nur Töne speichern kann. Erst seit kurzem wird die CD in ähnlichem Ausmaß als Speichermedium für Bilder und andere Daten benutzt. Seit die dazu nötigen Laufwerke relativ billig und schnell genug geworden sind, kann man auf diese Weise Spiele und Pornovideos, aber auch Computersoftware, Lexika, Atlanten und Bücher relativ billig erwerben und nutzen. Da das Geschäft sehr lukrativ ist (die Herstellung einer CD wird bald nur noch Pfennige kosten), erleben wir derzeit den Beginn ihrer Nutzung als Massenmedium. Auf der diesjährigen CeBit-Messe in Hannover wurde eine CD namens Yellow Point mehr oder weniger kostenlos angeboten (die Preise schwankten zwischen 0 und 50 DM). Sie enthielt Computersoftware, die man in sogenannten Demo-Versionen laden konnte, bei denen bestimmte wichtige Funktionen gesperrt sind.

Wer eines dieser Programme erwerben wollte, mußte es mit einem Geheimkode "freischalten", den man per Telefonanruf nach Bezahlung des Kaufpreises erfahren konnte. Wie die Fülle der Angebote in einem Warenhaus oder Katalog, sollte sie vor allem dazu animieren, eigentlich nicht benötigte Programme oder Dateien zu kaufen, wie etwa Crazy Comics, Fun Family oder PC Meisterwerke, ein Programm, mit dem man sich einige berühmte Gemälde in sehr mäßiger Qualität und im Kleinstformat auf den Bildschirm holen kann.

November 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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