Ausgabe Januar 1995

Anthropogene Klimaveränderungen.

Übersicht zum aktuellen Kenntnisstand

Anthropogene Klimaänderungen gehören zu den größten Bedrohungen der Menschheit. Zu den Hauptursachen zählen der verschwenderische und zu schnelle Verbrauch fossiler Brennstoffe, die Zerstörung der tropischen und außertropischen Wälder und Böden und die Nutzung industriell hergestellter Gase wie FCKW und Halone vor allem in den Industrieländern sowie die durch Armut und ungebremstes Bevölkerungswachstum ausgelöste Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen vor allem in den Entwicklungsländern. Die bisherige Lebensweise der Menschheit stellt das UNCED-Ziel von Rio de Janeiro einer ökologischen Zukunftsfähigkeit als maßgebliches Kriterium für Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft in Frage. Statt der bisherigen Nachsorge und Schadensbeseitigung ist eine Politik der Vorsorge mit effizienter und erneuerbarer Energienutzung, mit geschlossenen Stoffkreisläufen sowie der Vermeidung von Verkehr und Abfällen erforderlich. Der hohe Ressourcenund Umweltverbrauch der Industrieländer ist nicht verallgemeinerbar und sollte somit nicht von den Entwicklungsländern nachgeahmt werden. Die Bedürfnisse und Wünsche einer weiter stark anwachsenden Weltbevölkerung können nicht mehr befriedigt werden. Das Konsum- und das Reproduktionsverhalten muß sich von Grund auf ändern, wenn die Menschheit auf der Erde überleben will.

Januar 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.