Ausgabe Februar 1996

Matthäus, Blüm und die soziale Gerechtigkeit

Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu dingen. Er vereinbarte mit den Arbeitern einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Und als er um die dritte Stunde ausging, sah er andere müßig auf dem Markte stehen und sagte zu denen: "Geht auch ihr in meinen Weinberg und was recht ist, werde ich euch geben." Und sie gingen hin. Um die sechste und neunte Stunde ging er noch einmal aus und tat ebenso. Und als er um die elfte Stunde ausging fand er nochmals andere dastehen und sagte zu ihnen: "Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig?"

Sie antworteten ihm: "Weil niemand uns gedungen hat." Da sprach er zu ihnen: "Geht auch ihr in den Weinberg". Als es nun Abend geworden war, sagte der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: "Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus, fange bei den letzten an bis zu den ersten." Und es kamen die von der elften Stunde und erhielten je einen Denar. Als nun die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr bekommen. Und auch sie erhielten je einen Denar. Und da sie ihn erhielten, murrten sie gegen den Hausherrn und sagten: "Diese letzten da haben eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir die Last des Tages getragen haben und die Hitze. Er aber sprach: "Mein Lieber, ich tu Dir kein Unrecht.

Februar 1996

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