Ausgabe März 1997

Die Arbeitswelt der Informationsgesellschaft

 Die Arbeitsweise der Industrieepoche geht unter; wir erleben die Geburtsstunde einer neuen Arbeitswelt. Noch wird das schleppende Wirtschaftswachstum und der weitere Anstieg der Arbeitslosigkeit mit herkömmlichen Kategorien zu erklären versucht: "zu hohe Produktionskosten", "konjunkturelle Schwierigkeiten", "Standortschwächen", "Mangel an Nachfrage und Massenkaufkraft". Es geht heute aber nicht mehr um bloße Schwankungen des gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungsvolumens, um ein Mehr oder Weniger an Arbeit, es geht um eine andere Art der Arbeit, letztlich um eine andere Art von Gesellschaft. Sowohl die sektoralen Schwerpunkte, als auch die Orte, an denen gearbeitet wird, und nicht zuletzt die Formen der Arbeit werden sich mit der Durchsetzung der Informationsgesellschaft fundamental verändern.

Solche dramatischen Einschnitte kommen nicht oft vor. Der letzte liegt etwa zweihundert Jahre zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts lebte und arbeitete der Großteil der Bevölkerung - Bauern, Handwerker, Kaufleute - im Rahmen der Hauswirtschaft. Wohnen, Leben und Arbeiten waren eng miteinander verzahnt. Die gesamte Familie, einschließlich des Hausgesindes, war in den Arbeitsprozeß einbezogen. Der Ablauf des Arbeitens war den Rhythmen der Lebenswelt und der Natur untergeordnet.

März 1997

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema