Ausgabe Mai 1997

Deutsche Exempel

Das Vermächtnis der Weißen Rose

Als "Modell" bezeichnete Daniel Goldhagen in seiner - im vorigen Heft veröffentlichten - Dankesrede zur Verleihung des Demokratiepreises 1997 die Bundesrepublik, genauer gesagt die Bonner Republik, deren neuartige, "internationalistisch" verankerte Grundlagen es auf die "Berliner Republik" zu übertragen gelte. Goldhagens Plädoyer hat überrascht und manche befremdet. Vielleicht, weil folgender Schlüsselsatz bisher zu wenig Beachtung fand: "Vor der Bundesrepublik existierte in Deutschland kein politisches Modell, das wiederhergestellt werden und als Vorbild für die Zukunft dienen könnte." (Vgl. dazu auch die Dokumentation zur Presseresonanz in diesem Heft.) - Aus einer ganz anderen, aber wohl komplementären Perspektive heraus verdeutlicht der nachstehende Beitrag die unverminderte Aktualität der Zäsur, die "Bonn" von dem vor 52 Jahren untergegangenen Deutschland trennt. Hildegard Hamm-Brücher spricht von den "Exempeln", die es nach 1945 zu statuieren galt, von Erfolgen und Niederlagen demokratischer Neugründung in der Auseinandersetzung mit immer neuen, aber auch immer wieder an ihre Grenzen stoßenden Versuchen einer deutschen "Normalisierung" im Rückwärtsgang. Ihr Beitrag fußt auf einer am 19.

Mai 1997

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Aktuelle Ausgabe Dezember 2020

Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

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